Was sind Stammzellen ?

 


Stammzellen sind zum einen in der Lage, sich unbegrenzt zu teilen und so neue Stammzellen zu produzieren. Zum anderen können sie sich zu einer der mehr als 200 verschiedenen Zellarten des menschlichen Körpers spezialisieren. aus ihnen können zum Beispiel Muskel-, Haut- oder Nervenzellen entstehen. Ihre Funktion ist folglich nicht von vornherein festgelegt. Was aus ihnen wird, unterliegt dem Einfluss von körpereigenen Botenstoffen, den Wachstumsfaktoren, und wahrscheinlich auch dem Einfluss der Umgebung.


Es gibt unterschiedliche Stammzellarten


Stammzellen können nach zwei Kriterien unterschieden werden: Zum einen bezüglich ihrer HerkUnft, d.h. sie können adult (vom ausgereiften Organismus) oder embryonal (von Embryonen) sein. Zum anderen entsprechend ihres Entwicklungspotentials/Bildungspotentials.

Embryonale Stammzellen


Aus der befruchteten Eizelle entsteht durch eine Vielzahl von Teilungen und Differenzierungen der menschliche Organismus. Die allerersten Zellen in diesem Prozess verfügen über ein sehr grosses Bildungspotential. Nach dem heutigen, jedoch umstrittenen Wissensstand, sind die Zellen der befruchteten Eizelle bis zum 8-Zellen-Stadium totipotent, d.h. aus ihnen kann jeweils ein kompletter Organismus hervorgehen. Sie werden daher auch als ‘Alleskönner’ bezeichnet.

Während der weiteren Teilungen nimmt die Spezialisierung der Zellen zu und ihre Fähigkeit, sich beliebig weiterzuentwickeln entsprechend ab. Diese Zellen werden nun als pluripotent oder auch als ‘Vielkönner’ bezeichnet. Aus ihnen kann zwar kein eigenständiger Organismus mehr hervorgehen, sie sind jedoch ebenfalls in der Lage, sich unbegrenzt zu teilen und sich zu jeder der ca. 200 Zellarten zu spezialisieren.


adulte Stammzellen


Im Körper eines ausgereiften menschlichen Organismus gibt es in etwa 20 Geweben (organspezifische) Stammzellen. Sie stellen eine Art ‘Reparatur- und Erneuerungskommando’ dar. Sie sind zum einen zur Selbsterneuerung fähig, zum anderen ersetzen sie defekte oder kurzlebige Zellen. Zu ihnen gehören beispielsweise die blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks. Sie sind teilweise pluripotent, d.h. aus ihnen können verschiedene Blutzellarten entstehen oder sie sind unipotent. In diesem Fall kann sich aus ihnen nur eine bestimmte Blutzellart entwickeln.

Stammzellen aus Nabelschnurblut


Früher wurden Nachgeburten als wertlos angesehen und entsorgt. Plazenta und Nabelschnurblut enthalten jedoch sowohl blutbildende als auch andere Stammzellen. Diese Zellen gehören ebenfalls zu der GrUppe der adulten Stammzellen, jedoch sind sie durch besondere Eigenschaften charakterisiert. So sind z.B. die Gewebemerkmale auf der Zelloberfläche noch nicht ganz so stark ausgereift wie bei blutbildenden Stammzellen eines Erwachsenen. Das hat den Vorteil, dass diese Zellen noch relativ entwicklungsfähig sind.

Ob es sinnvoll ist, Nabelschnurblutstammzellen für den Eigengebrauch einfrieren zu lassen, ist allerdings umstritten. In der DLH-Geschäftsstelle kann zu diesem Thema eine Stellungnahme der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation e.V. (DaG-KBT) angefordert werden.