Panikattacken und Angstzustände

Panikattacken und Angstzustände

Panikattacken und Angstzustände sind ein heikles Thema. Zumindest gibt kaum jemand in der Öffentlichkeit zu, dass er diese psychischen Probleme mit sich herum schleppt. Dabei leiden so viele Menschen an einer Angststörung, dass es eigentlich nicht unangenehm sein müsste, dies offen zuzugeben. Es würde sowohl den Betroffenen, als auch der Gesellschaft im Allgemeinen gut tun, wenn man psychische Krankheiten nicht mehr verheimlichen würde. Davon sind wir leider noch weit entfernt.

Angststörung

Aber was ist eine Angststörung eigentlich, welche Ausprägungen gibt es und was kann man dagegen tun?

Es gibt verschiedene Formen der Angststörung, wie beispielsweise die Agoraphobie, die Panikstörung, die Hypochondrie (angst vor Krankheiten) oder auch die generalisierte Angststörung. Daneben gibt es spezifische Phobien, die nicht minder verbreitet sind. Dazu gehören zum Beispiel die Klaustrophobie, die man umgangssprachlich Platzangst nennt, Flugangst oder auch Tierphobien, wie die übertriebene Angst vor Spinnen, Hunden oder Pferden.

Gerade bei den unspezifischen Ängsten wissen die Betroffenen nicht einmal, dass sie an einer psychischen Erkrankung leiden. Viele vermuten eine körperliche Erkrankung hinter den Beschwerden. Zahlreiche Arztbesuche sind oftmals die Folge. Die Panikattacken-Symptome können dabei vielfältig sein. Herzrasen, Schindel, trockener Mund, Schluckbeschwerden, Schwitzen, Zittern und Übelkeit sind als recht häufige Panikattacken-Symptome zu nennen.

Betroffene fühlen sich manchmal nicht ernst genommen, wenn sie hören, dass ihre Panikattacken-Symptome psychisch bedingt sein sollen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie Betroffenen sich ihre Beschwerden einbilden. Sie sind tatsächlich da, nur werden diese allein durch die Angst verursacht und nicht durch eine körperliche Erkrankung.

Fast bei all diesen Ausprägungen der Angststörung treten Panikattacken und Angstzustände auf. Eine gelegentliche Panikattacke ist dabei im Grunde kein Problem. Problematisch wird es erst dann, wenn Panikattacken in einer bestimmten Regelmäßigkeit auftreten und der Betroffene darunter leidet. Bei den spezifischen Phobien ist der Leidensdruck in der Regel nicht so groß, da man die meisten Situationen gut meiden kann, ohne sein Leben dabei groß einschränken zu müssen.

Stellvertretend für viele andere Formen der Angststörung schauen wir uns im Folgenden die Agoraphobie und die Panikstörung genauer an, da diese relativ häufig vorkommen und die Betroffenen meist erheblich unter den Folgen leiden.

Agoraphobie: Obwohl die Agoraphobie zu den phobischen, spezifischeren Ängsten gehört, ist der Leidensdruck enorm hoch, da sich diese Angststörung oftmals auf zahlreiche Lebensbereiche bezieht. Wörtlich übersetzt bedeutet Agoraphobie soviel wie „Angst vor Marktplätzen“. Kennzeichnend ist, dass Panikattacken vor allem dann auftreten, wenn sich der Betroffene in Situationen befindet, die er nicht ohne Weiteres verlassen kann oder die Flucht nur unter peinlichen Umständen gelingen kann.

Typische Situationen sind Kinobesuche, Feierlichkeiten aller Art, Kinobesuche, Fahrten in öffentlichen Verkehrmitteln, Stadionbesuche und Autofahrten. Tatsächlich kann sich die Angst auf fast alle Lebensbereiche ausweiten. In schweren Fällen trauen sich Betroffene gar nicht mehr aus dem Haus.

Panikstörung: Bei der Panikstörung ist die so genannte Erwartungsangst typisch. Hat der Betroffene eine oder mehrere Panikattacken erlebt, fürchtet er, dass diese Angstzustände erneut auftreten. Allein diese Angst führt dann erst zur Panikattacke selbst. Losgelöst von jeder Situation können hier im Prinzip überall und jederzeit Panikattacken auftreten, was sehr belastend für den Leidenden ist.

Das Wissen, dass die Angst vor der Angst die Panikattacke erst auslöst, kann dabei helfen, zu akzeptieren, dass hier tatsächlich eine rein psychische Ursache gegeben ist. Es wird jedoch in den meisten Fällen nicht dazu führen, die Panikattacken zu vermeiden.

Maßnahmen gegen Panikattacken und Angstzustände

Was sollte man tun, wenn Angstzustände und Panikattacken das Leben schwer machen?

Zunächst sollte man sich ausführlich über das Entstehen der Angst befassen. Was passiert dabei im Körper? Welche Prozesse laufen dabei ab? Dadurch kann das Verständnis dafür geweckt werden, dass die Panikattacken-Symptome nicht gefährlich und allein Ausdruck der extremen Angst ist.

Auch wenn es mitunter schwer fällt, sollten sich die Angstpatienten den Situationen stellen, vor denen sie sich fürchten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man seinen Bewegungsradius immer weiter  einschränkt und nur noch sporadisch am allgemeinen Leben teilnimmt.

Manchmal erscheint auch dies für die Betroffenen unmöglich. Nicht nur dann sollte es das Mittel der ersten Wahl sein, eine professionelle Psychotherapie in Anspruch zu nehmen.

Bei der Agoraphobie oder der Panikstörung beispielsweise sollten Betroffene am Besten frühzeitig einen Therapeuten aufsuchen, der ihnen dabei behilflich ist, die Angstzustände und Panikattacken wieder in den Griff zu bekommen. Da Panikattacken bei diesen Formen der Angststörung nahezu immer und überall auftreten können, schränken Betroffene ihr Leben mitunter erheblich ein. So weit muss man es jedoch gar nicht kommen lassen.